BW vs. NRW

BW vs. NRW

Stuttgart/Karlsruhe – Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Hells Angels und die Bandidos in Deutschland die Hände schütteln. 2010 schlossen Frank Hanebuth (HA Hannover) und Peter Maczollek, der damalige Deutschlandchef der Bandidos, in einer Hannover Anwaltskanzlei Frieden. Bilder, die sich heute wiederholen: Die Stuttgarter Hells Angels und Vertreter der Bandidos aus Gelsenkirchen haben am Montag gemeinsam eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht, setzen sich gemeinsam medienwirksam in Szene. Der Grund: Seit März 2017 ist es den Rockern verboten, ihre Abzeichen zu tragen.

Lutz Schelhorn, der Präsident der Stuttgarter Hells Angels sagt: Die Zeit der großen Auseinandersetzungen gehört der Vergangenheit an“

Seit November 2017 arbeiteten die beiden Motorradklubs zusammen an der Klage. Es herrsche gegenseitiger Respekt, Schelhorn habe „zuverlässige Leute“ kennengelernt. „In Baden-Württemberg gab es auch nie Probleme zwischen uns“, sagt er.
Trotz der bewegten Vorgeschichte beider Rockergruppen sind sie gleichermaßen von der Entscheidung des Bundestags betroffen, das Vereinsgesetz in einigen Grundsätzen zu ändern. Seit einem knappen Jahr gelten der „Death Head“ der Hells Angels und der „Fat Mexican“ der Bandidos als verbotene Symbole. Laut neuer Gesetzesklausel reicht es aus, wenn eine Ortsgruppe der Rocker verboten ist, allen anderen ihre Embleme zu verbieten. Bei den Hells Angels sind das deutschlandweit 13, bei den Bandidos zwei Ortsvereine. Wobei die Verbote teils noch nicht rechtskräftig sind.
Dennoch halten die Anwälte der Rocker die Gesetzesänderung für verfassungswidrig: „Das sogenannte Kuttenverbot lässt sich verfassungsrechtlich nicht rechtfertigen“, sagt der Verfahrensbevollmächtigte, Sönke Gerhold. Die pauschale Vorverurteilung aller größeren Motorradvereinigungen als kriminelle Organisationen entbehre jeder empirischen Grundlage und auch alle sonstigen Vereine muss die Weite des neuen Gesetzes alarmieren.

Während die beiden großen Clubs nicht nur in Baden-Württemberg hoffentlich erfolgreich zusammenarbeiten, knallt es zB in NRW offensichtlich wieder regelmäßig zwischen den beiden Kontrahenten. In Köln wurden im laufe dieser Nacht drei Männer aus dem Umfeld der Hells Angels festgenommen, weil sie auf ein geplantes Clubhaus der Bandidos auf den Kölner Ringen geschossen haben sollen.

Das klassische drive by Shooting wurde aus einem Audi A8 heraus verübt, welchen die Rennleitung kurz nach der Tat anhielt und eine Schußwaffe, Reizgas und ein Messer sicherstellten.

Ich bin mir nicht sicher, ob solche Aktionen, wenn sie denn dann wirklich von 81ern ausgeübt oder veranlasst worden sind, unbedingt hilfreich sein werden…

Uns liegen Bilder vor mit fünf Einschusslöchern in den Fenstern vom „Sion am Ring“ (Rudolfplatz)  veröffentlichen können wir die gerade nicht, weil wir schon genug Strafe an irgendwelche Rechtsanwälte zahlen dürfen wegen irgendwelcher Fuck-Abmahnungen!

 

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  • iceangel iceangel

    Vielleicht findet langsam mal ein Umdenken in der Szene statt, mit der Erkenntnis, dass man endlich alle Rivalitäten und Feindschaften gegeneinander einstellt, um als gemeinsames Bollwerk, gegen die Verfolgung von Rockern in Deutschland, vorzugehen.
    Dass das funktioniert, zeigen gerade die beiden großen Clubs in BW. Allerdings wird das wieder konterkariert von den Clubs in NRW.
    Dabei muss man aufpassen, dass die Szene und die Bothers innerhalb der Clubs nicht gespalten werden.
    Es kann nicht sein, dass man sich im Süden die Hand schüttelt und im Nordwesten gegenseitig die Köpfe einschlägt.
    Wenn die Clubs begriffen haben, dass man nur gemeinsam eine Macht gegen die Willkür bildet, dann werden wir einen großen Schritt weiter sein.
    Wenn wir einzeln kämpfen, werden wir keine Beachtung in diesem System finden und leicht zu bekämfen sein.
    Ob ich noch erleben darf, dass wir gemeinsam, fight side by side, wird man sehen.
    Ich für meinen Teil werde immer für die Gemeisamkeit und den Zusammenhalt werben, denn das ist die einzige Chance sein, die unsere Clubs in der Zukunft überleben läßt.
    Wenn wir uns zersplittern lassen, sind wir leichte Beute für diesen Staat.
    Deshalb wünsche ich den großen Clubs viel Erfolg beim Verfassungsgericht und dass wir danach nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren, sonder weiter gemeinsam für unser Rechte kämpfen.

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    Wann begreifen endlich auch die letzen Gestrigen der Scenen, dass es um das Ganze geht. Denn auch sie wollen doch leben und müssen daher auch leben lassen. Oder alle gehen miteinander unter und das: es wäre kein Wunder.

    Gruß mit Respekt, Steppenwolf opa

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    • iceangel

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