Mit dem Bastards MC beim German MC CUP Harzring 2017

Mit dem Bastards MC beim German MC CUP Harzring 2017

Finaler Lauf des German MC CUP 2017 auf dem Harzring im schönen Sachsen-Anhalt, nahe Aschersleben.

Was ist der German MC CUP?

Das kann man im Detail hier lesen: http://www.german-mc-cup.de/

Aber in aller Kürze, ein Motorradrennen in verschiedenen Kategorien, die sowohl MC Vollmember abdecken als auch „Jedermann-Rennen“, es werden Eigenbauten und Originalmotorräder berücksichtigt, sogar Gespanne. Bei allen Kategorien gilt es, in einer bestimmten Zeit die meisten Runden auf dem kurvenreichen Kurs zu fahren.

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Sommer, veranstalten der Bull Skull MC und der Dark Forces MC den German MC CUP. Die Clubs wechseln sich bei der Ausrichtung der Veranstaltung ab, im August war der Dark Forces MC an der Reihe.

Der Bastards MC nimmt seit einigen Jahren mit verschiedenen Teams am MC Cup teil, in diesem Jahr war zum wiederholten Male das Team des Chapters South West am Start.

Unser Team wurde von unseren „alten Hasen“, Vize (und meinem Paten) Joggel und Roadcaptain Tobi für den MC100 Cup (nur für MC Vollmember) angeführt.

Als Debütant war dieses mal unser Prospect Dennis dabei, der sich im MC1 Cup (Jedermann-Rennen) austesten will.

Begleitet wurde unser Racing Team von ihren Ladies und mir, da ich als alter Ossi immer gerne in Richtung alte Heimat fahre und ohnehin gerne über das Rennen schreiben wollte.

Anreise bei übelstem Unwetter in Frankfurt/Main, was mich mitten auf der knapp 400 km Strecke dazu bewog, in dem zur Harzring-Strecke gehörenden Hotel anzurufen und etwas blauäugig nachzufragen, ob es noch ein freies Zimmer für das Renn-Wochenende gäbe?

Natürlich nicht, klar eigentlich. Aber meine Brüder vor Ort und das unglaublich flexible und freundliche Hotelpersonal kriegen es in Nullzeit hin, mir noch ein Bett als Mitschläfer bei Dennis und seiner Lady aufzustellen. Super, danke, das Hotel-Team rockt wirklich, in Puncto Service und Freundlichkeit sucht Ihr Euresgleichen !

Nach einer stürmischen und regnerischen Anfahrt komme ich zeitgleich mit meinem Vize und seiner Frau Bianca an, der Rest des Teams ist schon länger da, hat die Bikes schon in der Box abgestellt und alles für das Rennen am Samstag vorbereitet.

Also erstmal den Platz checken, Bons holen, Bier fassen. Der Festplatz rund um die Rennstrecke ist gut gefüllt, viele verschiedene Colours, größere und kleinere Clubs, alles miteinander und durcheinander.

Das fällt mir sofort auf, hier steht nicht jeder Club nur für sich, mit seinen Leuten, nein, mal sitzt man mit ein paar Jungs von einem Club, mal mit verschiedenen Clubs zusammen.

Die Stimmung ist extrem relaxt, freundlich, offen. Ich bin das erste mal hier und fühle mich nach einer halben Stunde wohl wie ein in Honig getauchtes Baby.

Diejenigen, die am Samstag das Rennen fahren, gehen relativ zeitig schlafen und sind auch beim Thema geistreiche Getränke eher zurückhaltend.

Ich muss ja nicht fahren, also muss ich weder früh ins Bett noch, ja, äh, die Bons aufsparen :).

Ich bin da nicht der Einzige, ein kleiner Kern sammelt sich und es wird recht spät, oder auch früh, wie man will. Es wird eine sehr geile lange Nacht, mit diversen Verkostungen verschiedener Getränke. Ich erinnere mich, das bei mir palettenweise Apfelwein bestellt wurde. Die ich persönlich vorbei bringen soll, so Richtung Mitte Dezember. Gilt das noch? Würde mich freuen und ich wäre gerne Euer Gast, Ihr wisst wer Ihr seid :)

Irgendwann muss ich tatsächlich irgendwie in mein Bett gekommen sein.

Ich hasse den Morgen danach, unser Team war schon lange wach, frühstücken und los zum Training, das um 09:00 startet.

Das packe ich gerade noch so, gegen 09:00 an unserem Platz in der Boxengasse zu sein, das lecker duftende Frühstück im Hotel muss ich leider auslassen, irgendwie signalisiert mir mein Magen, dass es besser ist, einfach nur zu atmen, aber nicht zu essen.

Dann geht es bei bestem Wetter los, die ersten Trainings, immer je Kategorie ein Lauf. Unser erfahrenes Team ist gut drauf und genießt das Training.

Unser Prospect absolviert seine ersten Runden auf dem Kurs. Ich bin erstaunt, wie sehr ihn das beeindruckt. Dennis ist ein sehr guter Fahrer, das hat er mehr als einmal als Blocker im Pack bewiesen, und Geschwindigkeit, das ist sein Ding.

Aber auf dem Kurs, mit einer unbekannten Maschine, mit fast 20 anderen Racern auf dem Kurs, das ist doch nochmal was Anderes, wie Dennis auch selber sagt.

Um so mehr Respekt, er fährt die 4. beste Trainingszeit, auf einer kleinen 500er, da haben andere mehr Hub unterm Hintern (dazu später mehr).

Das verspricht ein interessantes Debüt unseres Prospects beim Rennen.

Gegen Mittag sind alle Kategorien mit ihren Trainingsrunden durch, kurze Pause, dann geht es los. Leider kann Dennis nicht wirklich ins Rennen starten, die Kupplung, schon im Training bockig, gibt den Geist auf, keine Chance auf Rettung.

Schade, Dennis hätte seine Rennrunden verdient, wir hoffen, er bleibt dabei, da geht was, sind wir alle überzeugt.

Die Spannung steigt, der MC 100 Cup, endlich der Start, nach Le Mans Art, muss man gesehen haben.

Mittlerweile sind die Zuschauerränge um Einiges mehr bevölkert als am Abend davor.

Die Männer springen auf ihre Bikes, für uns startet unser Vize Joggel. Ab geht die wilde Fahrt. Sofort setzt sich das Bike des Stahlpakt MCs in Führung, eng dahinter die Fahrer des Celler MC und des Dark Forces MC.

Die Mehrheit des Feldes fährt 1000er Motoren, Joggel hält mit unserer 650er CBR dagegen. Das Spitzentrio setzt sich rasch ab, dahinter wird hart aber fair gekämpft. Joggel legt einen fehlerlosen Ritt hin. Im MC 100 Cup muss man als Team fahren, einmal, egal wann, innerhalb einer Stunde Renndistanz, muss man mit dem zweiten Fahrer des Teams wechseln.

Nach etwa einem Drittel der Zeit wechselt Joggel mit Tobi, auf Platz 7 liegend, der Wechsel klappt ohne Probleme.

Danach zeigt Tobi, was er schon im Training nach einem Ausritt ins Grün angedeutet hat, er macht keine Gefangenen heute.

Er prügelt unsere tapfere kleine CBR über den Kurs, hart an der Belastungsgrenze.

Wir South Westler stehen am Begrenzungszaun und halten recht oft die Luft an, wenn Tobi wie der fliegende Holländer durch die Kurven schießt.

Auf den Podiumsplätzen führt von Anfang der Stahlpakt MC. Im ersten Teil des Rennens ist der Celler MC, mit dem Messer zwischen den Zähnen, eng dran, der Dark Forces MC kurz dahinter. Je länger das Rennen dauert, desto mehr setzt sich die Dominanz des Teams Stahlpakt MC durch, Celler MC und Dark Forces bleiben in der Nähe, aber doch (noch) nicht in Schlagdistanz.

Nach insgesamt einer Stunde ist das MC100 Rennen durch. Tobi kommt an die Box, ich glaube in einer Sauna nach frischem Aufguss ist man trockener als er, aber er grinst, er hatte Spaß und weiß, er hat einen Höllenritt hingelegt.

Auf Platz 5 beendet er das Rennen, in Kombination mit dem 3. Platz aus dem ersten Rennen im April verfehlt unser Bastards MC Team nur knapp das Podium, auf Platz 4 in der Wertung für 2017.Alle vor uns Platzierten fahren 1000er, Respekt an Joggel und Tobi, mehr ist mit der aktuellen Ausrüstung nicht zu holen. Hier muss man sicher intern überlegen, wie man am Material nachrüsten kann, um in 2018 um mögliche vordere Plätze mitfahren zu können.

Ich schaue mir noch das AWO Gespann Rennen an. Verrückt, was die Jungs da veranstalten. Die Männer im Gespann scheinen den Asphalt dazu zu benutzen, ihre Bartstoppeln zu trimmen, so tief liegen sie in den Kurven.

Zwischen den Rennläufen ist Zeit, über den Platz zu laufen und dem leckeren Geruch zu folgen. Rostbratwurst, Rostbrätel und Burger, lecker, mein Magen ist wieder aufnahmefähig ;)

Qualität und Preis, auch bei den Getränken, überzeugen. Finde ich gut, dass die Preise so gestaltet sind, dass daran gedacht wird, hier sind viele, die ihr Geld und ihre Freizeit in das Rennequipment stecken.

Nach einem langen Renntag sind dann alle AWOs und Supermotos mit ihren Rennen durch. Bei der launigen Siegerehrung zeigen vor allem die Mannen vom MC Route 88, dass sie nicht nur auf der Strecke für Stimmung sorgen.

Generell kann man den Organisatoren und allen Helfern nur Eines bescheinigen, Ihr macht einen tollen Job. Das Rennen ist ein Klasse Event, für die Club Szene und darüber hinaus. Hier braucht niemand Berührungsängste mit der „bösen“ Rockerszene zu haben. Hier kann man kommen, zuschauen, fragen, feiern, teilhaben.

Ich hoffe, Ihr macht noch eine gute Weile weiter, das ist es mehr als wert.

An alle, die noch nicht da waren, Ihr verpasst was!

Ich komme sicher wieder, sehr gerne.

Chris, Prospect Bastards MC, Chapter South West (aka Mercenary, www.rockerportal.de)

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