Pustekuchen Update

Pustekuchen Update

Kreis Segeberg – Bereitschaftspolizei, Spezialeinheiten sowie Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) und der Polizeidirektion haben am Sonnabend ein Treffen der Bandidos in Wahlstedt kontrolliert.

Das Chapter „Northgate” feierte hier sein fünfjähriges Bestehen. Jeder der 228 aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland angereisten Rocker wurde überprüft und durchsucht. Auch die Wahlstedter Bandidos wurden intensiv kontrolliert. Zuvor hatte die Polizei das Vereinsheim Kuddls Inn durchsucht, in dem die Jubiläumsfeier geplant war.
Schwerpunkt des Einsatzes war zunächst der Rockertreff Kuddls Inn. Vor der ehemaligen Diskothek standen reihenweise schwarze Autos und schwere Motorräder mit Kennzeichen aus Schleswig-Holstein. Von außen erinnert das Gebäude mitten im tristen Gewerbegebiet an einer Vorortkneipe.
Als die Polizei begann, die Räume nach gefährlichen Gegenständen zu durchsuchen, mussten alle Bandidos ihren Treffpunkt verlassen und sich davor versammeln. Drinnen befänden sich eine Tanzfläche, Tresen und diverse Insignien der Bandidos, berichtete ein Beamter und fügte hinzu: „Es stinkt nach Tabakrauch.“ Rechtliche Grundlage war ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Bad Segeberg mit der Begründung „Gefahrenabwehr“.
Gleichzeitig begann die Polizei draußen damit, alle Bandidos zu kontrollieren. Die Männer wurden durchsucht und ihre Personalien überprüft. Während dieser Aktion stoppte die Polizei die Zufahrt für die anreisenden Gäste. Viele versammelten sich auf dem Lidl-Parkplatz und warteten bei einer Dose Bier. Ein Polizist bezeichnete die Stimmung als ruhig.
Nach der Durchsuchung gab die Polizei die Zufahrt frei. Jeder Gast musste dieselben Kontrolle über sich ergehen lassen wie die heimischen Bandidos zuvor. Reihenweise standen tätowierte muskulöse Männer mit erhobenene Händen an Wänden und Fahrzeugen. Viele trugen T-Shirts mit der Aufschrift BFFB. Das Kürzel steht für „Bandidos forever, forerver Bandidos“.
Polizisten tasteten die Männer nach Waffen ab. Gesichert wurde die Kontrollstelle von maskierten Beamten des Spezialeinsatzkommandos und einer Sondereinheit für Festnahmen und Beweissicherung. Mehrere Beamte trugen Maschinenpistolen.
Die Polizei werde keine Machtdemonstrationen der Rocker, beispielsweise durch Kolonnenfahrten mit Motorrädern, dulden, sagte Polizeisprecherin Seyma Stephan. Außerdem müsse das Aufeinandertreffen rivalisierender Gruppen verhindert und die Sicherheit gewährleistet werden.
Viele der Gäste hatten Geschenke für das Bandidos-Jubiläum mitgebracht. Standardpräsente waren wappenförmige Platten aus hellem Holz, die auf den ersten Blick an die Deko in einem Schützenheim erinnerten. Darauf warten die Glückwünsche in schwarzer Schrift verfasst. „An so einem Tag kommt man aus Respekt“, sagte ein Teilnehmer, der mit seinen Freunden aus Dortmund angereist war. „Wir fahren heute nacht noch zurück.“
Dass die Polizei mit einem massiven Aufgebot anrücken würde, hatten die Teilnehmer der Feier vermutlich vorher geahnt. Alle erwiesen sich als gesetzestreu. „Es wurde ein Verstoß nach dem Vereinsgesetz wegen einer verbotenes Insigne festgestellt und zur Anzeige gebracht“, sagte Polizeisprecherin Seyma Stephan.

 

Update I 13.6.17

Polizeipräsident sieht keine Gefahr für Bürger nach Razzia bei Rockerclub
Schlebusch – Alles halb so wild – so ließe sich die Einschätzung von Polizeipräsident Jürgen Mathies zur Gefährdungslage durch ein Clubhaus der Rockerbande Bandidos für die Bevölkerung zusammenfassen.
Oberbürgermeister Uwe Richrath hatte sich nach Sicherheitsbedenken des FDP-Ratsherren Friedrich Busch an den Polizeipräsidenten gewandt und um eine Einschätzung gebeten.
Busch hatte Richrath aufgefordert nach einer Razzia in dem Schlebuscher Club für die Sicherheit der Bürger zu sorgen. Er warf der Verwaltung vor, dass sie das Clubheim vor zwei Jahren hätte verhindern müssen. Die Lage des Rockerclubs in Nachbarschaft von Wohnhäusern auf der Mülheimer Straße sei unverantwortlich. Busch sah eine Gefahr für Leib und Leben.

Mathies hat eine andere Meinung: „Seit Eröffnung des Clubhauses im Jahr 2015 kam es zu neun außenveranlassten Einsätzen mit Rockerbezug, wobei es sich bei sechs Einsätzen um solche wegen ’verdächtiger Personen’ han-delte.“ Lediglich drei Einsätze könnten als relevant im Sinne der Äußerungen von Busch angesehen werden. Dazu gehört ein Schuss aus dem Jahr 2015; verletzt wurde allerdings niemand. Hinzu kämen noch Einsätze wegen einer Kopfverletzung und nach Streitigkeiten im vergangenen Jahr.
Eine Auswertung polizeilich bekannt gewordener Straftaten im Bereich Mülheimer Straße 31 und Umgebung habe seit der Eröffnung des Clubhauses keine Deliktshäufungen ergeben. „Auch Übergriffe oder Gewalttaten von Mitgliedern der ’Bandidos’ zum Nachteil der in der Nachbarschaft wohnenden Bevölkerung sind bei der Polizei Köln nicht bekannt geworden“, schreibt Mathies weiter.
Der Polizeipräsident sieht aber sehr wohl, dass Konflikte zwischen rivalisierenden Rocker-gruppen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden: „Hierdurch kann es zu einer Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls der Anwohner im Umfeld von Szeneobjekten kommen.“ Die Polizei trage diesem Umstand durch konsequente präventive und repressive Maßnahmen in angemessenem Umfang Rechnung.
Überfälle im Rheindorfer Friedenspark in der jüngsten Zeit hätten entgegen der Vermutung des FDP-Politikers nichts mit Rockerbanden zu tun. Es soll sich um jugendliche Täter handeln. „Es ergeben sich derzeit keine Anhaltspunkte, die für einen Bezug zur Rockerszene sprechen“, stellte Mathies fest.

 

THX Sluugy

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