Der Bastards MC – eine deutsch-schwedische Freundschaft

Der Bastards MC – eine deutsch-schwedische Freundschaft

 

Mit dem Bastards MC South East verbindet mich bereits seit mehreren Jahren eine gute Freundschaft, und als mir Charly, der Präsident des Chapters und Urgestein der Münchner Szene anbot, mit ihm und einigen Gästen aus Schweden ein Interview zu führen, folgte ich gern seiner Einladung ins Jailhouse in Bad Tölz.

Der Bastards MC Deutschland wurde 2002 im fränkischen Buch am Wald gegründet. Das damalige (schwarz-weiße) Colour war dem Motörhead-Kopf nachempfunden. Im Lauf der nächsten Jahre wuchs der Club beständig und es kamen immer wieder Ableger dazu. Das Chapter South East wurde 2012 gegründet und erhielt ein Jahr später Vollchapter-Status. 2015 spaltete sich South East auf und es entstand das neue Chapter South Side, das seit dem Jahr 2016 ebenfalls Vollchapter-Status hat.

Die Gründungsmitglieder des Chapters South East

Bereits um 2005 bestand (zunächst über das Internet) Kontakt zum Bastards MC in Borlänge in Schweden, und nach den ersten gegenseitigen Besuchen wurde recht schnell klar, dass man zwischenmenschlich viel gemeinsam hatte und auch dieselben Werte teilte. Irgendwann war man sich einig, dass man in Zukunft unter einem gemeinsamen Colour fahren wollte – und so entstand aus der Vereinigung der bestehenden Farben in gemeinsamer Arbeit das neue Colour, unter dem der Club bis heute unterwegs ist.

Angesprochen auf die Philosophie des Clubs erklärte mir Charly, dass der Bastards MC kein 1%er Club ist: Die Familien der Mitglieder sind fester Bestandteil des Clubs, der Fokus liegt auf der Kameradschaft, Spaß und dem gemeinsamen Motorrad fahren. Er betonte auch, dass Wachstum nicht das primäre Ziel des Clubs ist, sondern dass potentielle Bewerber zuallererst zum Club passen müssen.

Aufgrund der Clubgeschichte gibt es kein einzelnes Motherchapter, alle Chapter haben eine Stimme. Allerdings gibt es die „Big Four“, die als Gründungschapter die grobe Marschrichtung des gesamten Clubs vorgeben.

Der Club ist unabhängig und unterstützt niemanden.

Der Austausch zwischen Schweden und Deutschland ist sehr intensiv – mindestens einmal im Monat fahren oder fliegen die deutschen Bastards nach Schweden bzw. bekommen selbst Besuch aus dem hohen Norden. Außerdem treffen sich alle Bastards einmal im Jahr zum sogenannten Bastards Run, der abwechselnd in Deutschland und Schweden stattfindet. Um die Entfernungen etwas zu verdeutlichen: Von München zum Chapter Borlänge sind es knapp 1.700 Kilometer – einfach. Und die beiden schwedischen Chapter des Bastards MC liegen schlappe 800 Kilometer auseinander. Lasse und Erik erzählten mir ohne mit der Wimper zu zucken dass sie diese Entfernung mal nebenbei an einem Freitag abspulen, um rechtzeitig zum ersten Bier im jeweils anderen Clubhaus zu sein.

Die Gäste aus Schweden

Mich interessierten natürlich besonders die Unterschiede zwischen den deutschen und schwedischen Bikern: Die Szene in Schweden ist insgesamt viel kleiner, man kennt sich untereinander. Insgesamt gibt es zwischen 300 und 350 Clubs, von denen die meisten in verschiedenen regionalen runden Tischen sowie einem gemeinsamen runden Tisch organisiert sind. Die meisten MC-Mitglieder in Schweden fahren Harley Davidson (über 90%), der Rest britische Bikes. Angesprochen auf ihre Eindrücke von der deutschen Szene meinten die schwedischen Gäste, dass hierzulande der Umgang etwas rauer sei – wahrscheinlich auch bedingt dadurch, dass in Deutschland eben nicht jeder jeden kennt. Was die Schweden neben dem deutschen Bier am meisten an Deutschland schätzen ist die unglaubliche Gastfreundschaft, die sie hier erleben: Die Brüder in Deutschland geben ihnen das Gefühl, als ob man sich schon jahrzehntelang kennen würde!

Am Samstag folgte ich der Einladung der Bastards South East zur alljährlichen Irish Pub Night mit Guiness, Fish & Chips und Livemusik im Clubhaus in Aying, südlich von München. Zusammen mit der Rock X-Mas Party im Dezember ist diese Veranstaltung das Highlight des Partykalenders der Bastards South East. Gemeinsam mit den zahlreich erschienenen Gästen sowohl aus dem eigenen Club als auch von anderen MCs, MFs und freien Bikern ließ ich den Abend bei einem Guiness und irischer Folk-Musik entspannt ausklingen, bevor ich mich auf den Bock setzte und mich gemütlich auf den Heimweg machte… immer noch den Song „Rebel Soldier“ im Ohr:

https://www.youtube.com/watch?v=sxtXBjFhP3E bzw. http://www.facebook.com/cluasmusicofficial

 

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