Rocker-König gestorben

Rocker-König gestorben

Er gehörte zu den berüchtigsten Rockern in Hamburg, führte in den 1970er Jahren zusammen mit Rainer K. die „Bloody Devils“ an und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der „Hells Angels“ in Deutschland:
Mario A. Hamburgs erster Rocker-König ist nun mit 65 Jahren in einem Krankenhaus in Schleswig-Holstein gestorben.
„Man kann über ihn denken, was man will“, sagt Kiez-Größe Kalle Schwensen, der ein langjähriger Freund des Verstorbenen war und dessen Tod bei Facebook öffentlich machte, „aber Mario war ein klasse Kerl, der für Ruhe im Milieu gesorgt hat.“

Als Anführer der „Boody Devils“ machte er sich einen Namen in der Rocker-Szene. Die „Höllenengel“ rekrutierten ihn als Stammhalter für Norddeutschland. Amtmann galt als loyal und als Mann fürs Grobe. Zunächst noch hinter Kopperschmidt als „Sergeant“, wurde er später Vereinschef des Motorrad-Clubs.

Bundesweit für Aufsehen sorgte eine Gewalttat am 14. April 1973: Der Kirchenhelfer Dieter König (20) soll angeblich einen „Hupenring“ eines „Angel“-Autos gestohlen haben. In der Eimsbütteler Apostelkirche wurde er daraufhin von den „Angels“ erstochen. Sieben Jahre später erwischte es einen Disko-Chef auf Sylt. Die Strafakte der „Höllenengel“ umfasste zudem Zuhälterei, Förderung von Prostitution, räuberische Erpressung, unerlaubter Waffenbesitz, gefährliche Körperverletzung und später auch noch Drogen- und Waffenhandel.

Die Rocker kannten kein Erbarmen, machten über Jahre den Kiez zur Hölle, kassierten monatlich bis zu 10.000 Mark als „Wegbleibegebühr“. Im August 1983 nahmen 500 Polizisten in der Schanzenstraße das Vereinslokal der Rocker hoch. 13 Mitglieder, darunter auch Amtmann, wurden angeklagt. Nach einem „Deal“ mit der Justiz gab es Strafen zwischen sechs Monaten auf Bewährung und sieben Jahren für die Rocker.
Die „Hells Angels“ und ihr Symbol wurden verboten. Den Rockern war das egal. Sie bauten ihr Imperium auf St. Pauli erneut auf. Amtmann selbst schied in den 90er Jahren aus, übergab die „Geschäfte“ an Nachfolger. Den „Angels“ blieb er aber verbunden.

 

R.I.P. Mario

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