No Race in Rotenburg…

No Race in Rotenburg…

Rotenburg a.d.W.  –  Die Race Days wird es nicht mehr in Rotenburg geben. Zehn Mal hat das spektakuläre Motorsport-Event auf dem Flugplatz seit 2004 stattgefunden, nun soll Schluss sein. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und der Hausherr, die Flugplatz Rotenburg Wümme GmbH, haben sich auf eine Nicht-Genehmigung geeinigt. Ausschlaggebend für die Entscheidung sollen vor allem Beziehungen der Veranstalter ins Rockermilieu sein.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Bremer Kfz-Meister Sven Klut als Mitglied der „Dutch Hot Rod Association“ (DHRA) gegenüber der Kreiszeitung bestätigt, die Organisation vom Rotenburger Gastronom Matthias Müller übernommen zu haben. Als Termin der diesjährigen Race Days wird seitdem das Wochenende vom 16. bis 18. September genannt. Doch den wird es nicht geben, sagt jetzt auch Klut: „Rotenburg ist für uns gestorben.“ Es werde in diesem Jahr auch keinen Ausweichtermin für die DHRA-Rennsaison geben. Klut bedauert das und sieht dafür allein Bürgermeister Weber verantwortlich: „Er hat alles dafür getan, die Race Days zu verhindern.“

Als Grund nennt dieser eine „Zweckentfremdung des Flugplatzes“. Dieser sei zum Fliegen und nicht zum Fahren da. Die Landebahn werde durch die Dragster-Rennen auf der Apshaltstrecke in Mitleidenschaft gezogen, die Lärmbelästigung der Anwohner sei hoch, die Abgase überflüssig. Weber: „Mann muss sich fragen, ob so eine Veranstaltung noch zeitgemäß ist.“ Anders als zum Beispiel beim Ferdinands Feld Festival sei der Flugplatz ein komplettes Wochenende lahmgelegt. Von den Race Days habe in Rotenburg niemand profitiert.

Trotzdem zog das Spektakel über die Jahre zehntausende Besucher an. „Haus am Luhner Forst“-Gastwirt Matthias Müller hatte die Race Days einst ins Leben gerufen, sie nach der letztjährigen Auflage aber für sich beerdigt. Es habe sich einfach nicht mehr gelohnt, die Veranstaltung warf keinen Gewinn ab, so die schlichte Begründung. Zudem vermisste Müller die Unterstützung der Behörden: „Die Stadt Rotenburg und der Bürgermeister wollten die Veranstaltung nicht haben“, sagte auch er.

Die tatsächlichen Gründe, die die Geschäftsführer des Flugplatzes jetzt dazu bewogen haben, die erneute Vermietung des Geländes abzusagen, gehen aber über die „Zweckentfremdung“ hinaus. Peter Drewes, einer der federführenden Betreiber, bestätigt, dass Weber insbesondere aufgrund „dubioser Beziehungen“ der Race Days interveniert habe. „Wir hätten eine Durchführung erzwingen können, wollten es aber nicht gegen die Stadt“, so Drewes. Zwar sei bislang nie etwas passiert und alles stets ruhig verlaufen, aber die Stadt wollte eben keine „Hells Angels“ im Sicherheitsdienst oder an anderer verantwortlicher Position. Auf Nachfrage bestätigt auch Weber seine Bedenken, dass „im Hintergrund das Rocker-Milieu“ eingebunden sei.

Neu-Veranstalter Klut bestreitet gar nicht, dass es zumindest in der Vergangenheit „Verbindungen“ gab. Doch das sei mit dem neuen Konzept, das direkt von der niederländischen Motorsportorganisation getragen werde, vorbei. Klut: „Es geht um Race Days, nicht um Rocker.“ Dieses Image könne man sich gar nicht leisten, es laufe auf den anderen DHRA-Rennplätzen stets alles „in geregelten Bahnen“. Die zunächst sehr positive Unterstützung durch das Ordnungsamt der Stadt und die Flugplatz-GmbH sei nach Webers Einspruch aber hinfällig geworden. 2 000 Euro, die in bisherige Marketingmaßnahmen gesteckt worden waren, seien nun futsch.

Auf doppelt so viel Geld verzichtet der Flugplatz. Auf knapp 4 000 Euro beziffert Drewes die nun nicht an die Gesellschaft fließende Platzmiete. Zu 40 Prozent sind an dieser übrigens auch die Rotenburger Stadtwerke beteiligt.

Jupp, dass was wir hier so aus der zuständigen Kreiszeitung haben, werden wir in Zukunft noch öfter hören…

Alles, was irgendwie Verbindungen in die 1%er Szene hat, wird gegengeprüft und mehr als nötig hinterleuchtet. 1000 Nadelstiche…

Aber die Szene lernt schnell. Wo es früher ein Garant war, dass große Clubs eine Veranstaltung aufziehen, weil eben KEIN Stress zu erwarten war, werden in Zukunft mehr Mittelsmänner auftreten bzw. eben mehr geschlossene Veranstaltungen auf Privatgrund stattfinden. Dann gibt es eben weniger Steuergelder. So sieht es aus! Traurig aber wahr…

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COMMENTS

  • iceangel iceangel

    Zitat:
    „eben mehr geschlossene Veranstaltungen auf Privatgrund stattfinden.“

    Das Problem wird dann aber sein, dass in unserer schmierigen Gesellschaft einem das Leben so schwer wie möglich gemacht wird.
    Wenn die Kommunalen nicht mehr bei den Events mitsabbeln können, werden die einem massiv mit Repressalien in die Suppe spucken.
    Da werden dann im öffentlichen Raum vor einer Privatveranstaltung Hundertschaften aufgefahren, die einem die Lust auf die Veranstaltung so extrem wie möglich versauen. Police Police Police Police
    Dann kommen die mit Lärmschutzrichtlinien wie in einem Naturschutzgebiet, in dem man die brütenden Vögel stören könnte. Ssshh
    Selbst Industriebrachen werden dann proforma zu Naherholungsgebieten erklärt, in dem dir das Emossionsschutzrecht nur noch das Flüstern erlaubt wie in einem Wohngebiet, auch wenn da nur ein Hausmeister seine Dienstwohnung bei einer Fabrikhalle hat. Zzzzzz
    Da bekommt man Sicherheitsauflagen gestrickt, als ob man im fiktiven Katastrophenfall eine Großstadt evakuieren müsste und wenn man auf die Idee käme, auch nur eine Bratwurst an den Mann zu bringen, gelten dann die Hygienerichtlinien wie in einer Klinikküche.
    Selbst beim Getränkeausschank werden dich die Auflagen erschlagen.
    Letztendlich wird dann keiner mehr Lust haben, irgendwas zu veranstalten.
    Und selbst wenn man denkt, bei einer privaten Party oder „Familienfeier“ können die einem mal, da muss man anschließend ja wieder in den öffentlichen Raum und dann schlägt die ganze Repressalienmaschinerie in ihrer höchsten Vollendung zu, so dass keiner mehr Bock hat, überhaupt noch zu erscheinen. Police Police Police
    Deshalb sterben immer mehr Events, in denen die öffentliche Hand nicht mehr ihre schmierigen Finger drinnen hat.
    Solange die nämlich mitspielten, spielten seltsamer Weise all diese Auflagen nur eine untergeordnete Rolle.
    Und von den ach so strengen Ordnungsorganen sah man auch keine, die das Feiern stören könnten, solange da irgend ein kommnaler Vogel seine Schirmherrschaft darüber hatte.
    Und wenn man nicht in deren gesellschaftliches Erscheinungsbild passt, werden maximale Anstrengungen erzeugt, einem die Sache zu versauen.
    Diskriminierung? Thinking
    Nö, wo denkt man denn hin. Whistling
    Nur Ausschöpfung aller rechtlichen Schikanen zum angeblichen Schutz der Gesellschaft. Police
    Das nennen die dann freiheitliche Demokratie, in der sich jeder so frei entfalten kann, wie er möchte ( und in deren Konzept passt ). Geek Geek-Girl Yes-Sir

    4+
  • Steppenwolf Steppenwolf

    Ein jeder Flugplatz ist der Garant für Dauerbeschallung und Emissionsorgien.

    Race Days sind ein Spektakel, dass die Augen, Ohren und Herzen höher schlagen lässt. Und überdies`nen paar Euro mehr in den Säckel spült.

    Aber das spielt keine Rolle, wenn es darum geht, die Veranstaltung einfach als Rocker intendiert umzufedinieren

    0
  • Steppenwolf Steppenwolf

    Ein jeder Flugplatz ist der Garant für Dauerbeschallung und Emissionsorgien.

    Race Days sind ein Spektakel, dass die Augen, Ohren und Herzen höher schlagen lässt. Und überdies`nen paar Euro mehr in den Säckel der Stadt spült.

    Aber das „spült“ ja nun keine Rolle mehr, wenn es darum geht, die Veranstaltung einfach als Rocker intendiert umzudefinieren.

    Eine Schande ist das. Asche auf Euer verspießerstes Kleinbürgerhaupt.

    Gruß mit Respekt, Steppenwolf opa

    1+

    Usern gefällt der Kommentar:

    • iceangel

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