Erkan U. gefasst

Erkan U. gefasst

Die bundesweite Fahndung nach dem verurteilten ehemaligen Chef der Hamburger „Mongols“-Rocker ist erfolgreich gewesen: Die Polizei hat Erkan U. am Samstagabend in der Nürnberger Innenstadt festgenommen.

Zielfahnder des Landeskriminalamts hatten ihn dort zuvor ausfindig gemacht, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

„Jetzt wird er nach Hamburg überstellt und kommt dort in Untersuchungshaft“,

sagte ein Sprecher. Man könne allerdings noch nicht sagen, wann dies passieren werde. In einigen Fällen haben solche Transporte schon mehrere Tage in Anspruch genommen – inklusive eines Zwischenstopps in einer anderen Justizvollzugsanstalt.

„Signal an die Rockerszene“

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer sprach nach der Festnahme von einem „Signal an die Rockerszene“ Die Beamten hätten gezeigt, dass sie alles aufbieten, um gegen diese Form der organisierten Kriminalität vorzugehen, sagte Meyer zu NDR 90,3. Die Zielfahnder seien schnell in der Lage gewesen, einen Geflohenen wie Erkan U. ausfindig zu machen. Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagte, die Polizei habe mal wieder ausbügeln müssen, wo die Justiz versagt hatte.

Gefängnisstrafe nicht angetreten

Vor fast zwei Wochen war der 37-Jährige vom Amtsgericht Hamburg wegen Waffen- und Drogenbesitzes zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Trotzdem musste er zunächst nicht ins Gefängnis: Die Richter sahen keine Fluchtgefahr, auch weil Erkan U. seine Taten bereute. Einzige Auflage: Der Ex-Rocker aus Hamburg-Hoheluft sollte sich zweimal pro Woche bei der Polizei melden.

Doch Erkan U. verstieß gegen die Auflagen und tauchte unter. Daraufhin lief eine bundesweite Fahndung nach dem 37-Jährigen. Der Haftbefehl ist nach Angaben eines Gerichtssprechers bereits seit Freitag vergangener Woche wieder in Kraft.

Untergetaucht aus Angst vor Rache?

Es wurde spekuliert, dass er möglicherweise aus Angst vor Rache der „Hells Angels“ untergetaucht war. Mit denen hatten sich die „Mongols“ monatelang einen Rockerkrieg geliefert. Mitglieder wurden niedergeschossen, es gab Morddrohungen, Erkan U.s Sportwagen flog in die Luft. Derzeit stehen in einem weiteren Prozess mehrere „Hells Angels“-Mitglieder in Hamburg vor Gericht, dieeinen „Mongol“ in eine Falle gelockt und bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert haben sollen.

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